Hornhautulkus

Ein Hornhautulkus kann als Komplikation einer Hornhautenzündung auftreten und stellt eine akute Bedrohung des Sehvermögens dar.

Hierunter wird eine in der Regel infektionsbedingte Veränderung des Hornhautgewebes des Auges bezeichnet, bei der, begleitet von schweren Entzündungssymptomen, Zellen der Hornhaut absterben. Zunächst trübt sich die Hornhaut und sondert Eiter ab. Später entstehen kraterartige Vertiefungen in der Hornhaut, die zunehmend breiter und/oder tiefer werden. In schlimmen fällen kommt es zum Hornhautdurchbruch und zum Übergreifen der Infektion auf das Augeninnere. Anfangssymptome sind gerötete, tränende Augen, Fremdkörpergefühl, Schmerzen, verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit. Später entwickeln sich erhebliche Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Abhängig von der Infektionsursache sind die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt. 

Je nachdem, welcher Erreger ursächlich ist, schreitet der Hornhautulkus schneller oder langsamer voran. Manche Mikroorganismen scheiden Stoffe ab, die die Hornhaut aktiv auflösen. 

Ein Sonderfall ist das sterile oder trophische Hornhautulkus. Hier liegt keine Infektion vor. Hierbei findet man eine Verletzung des Hornhautgewebes vor. Das trophische Hornhautulkus kann sehr hartnäckig sein, immer wieder neu auftreten und mit Verbandskontaktlinsen und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt.

Diagnostiziert wird der Hornhautulkus anhand der Gewebeveränderungen der Hornhaut, die sich mit einem fluoreszierenden Farbstoff anfärben und unter dem Spaltlampenmikroskop sichtbar machen lassen. Eine Keimbestimmung wird im allgemeinen anhand einer kleinen Gewebeprobe des Geschwürs durchgeführt. Um keine Zeit zu verlieren, beginnt die Behandlung stets mit einem Breitbandantibiotikum.

Zur Therapie gehört die sehr intensive und nicht selten Monate währende Behandlung mit antibakteriellen, virostatischen, antimikotischen oder anderweitig desinfizierenden Wirkstoffen in Form von Augentropfen oder -salben oder in Tablettenform. Zur Entlastung des Auges können zusätzlich Augentropfen gegeben werden, die Iris und Ziliarmuskel ruhigstellen.

Kontaktlinsenträger können der Entstehung eines Hornhautulkus vorbeugen, indem sie folgendes beachten:

  • Hygienischer Umgang mit Kontaktlinsen, Reinigung streng nach Vorschrift!

  • Nicht mit Kontaktlinsen schwimmen oder duschen!

  • Nicht mit Kontaktlinsen schlafen!

  • Brille anschaffen und bei müden, geröteten Augen, Brennen oder Schmerzen sofort zeitweise auf Brillengläser umsteigen!

Zurück zur Übersicht

ODER KOSTENLOS ANRUFEN: 0800 7242793